MDR Sachsen berichtet über illegale Verfüllungen im Holzberg im Zeitraum 2003-2007 und Antrag der Linksfraktion zum Holzberg im Sächsischen Landtag

MDR Sachsen hat am 24.06.2022 einen Bericht über illegale Verfüllungen im Holzberg im Zeitraum 2003-2007 veröffentlich. Wie aus Unterlagen des Sächsischen Oberbergamtes (OBA) hervorgeht, wurde in diesem Zeitraum im Holzberg illegal Bauschutt entsorgt. Die dazu notwendigen Genehmigungen, wie z.B. die wasserrechtliche Genehmigung als auch eine Genehmigung nach Abfallrecht lagen dazu nicht vor. Weiterhin geht aus den Unterlagen hervor, dass die Analysen der Bodenproben von diesen illegalen Entsorgungen ergeben haben, dass die Schwellwerte für gesundheitsschädliche Stoffe wie Arsen, Quecksilber und Sulfat als auch die Grenzwerte für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die krebserregend sind, deutlich überschritten wurden. Besonders besorgniserregend ist, dass das mit diesen giftigen Stoffen belastete Wasser aus dem Holzberg in diesem Zeitraum in das Flüsschen Lossa abgepumpt wurde, was in einer Trinkwasserschutzzone liegt.

Auch auf politischer Seite nimmt das Thema Holzberg beachtlich an Fahrt auf. Nachdem die Landtagsfraktion von "Bündnis 90/Die Grünen" bereits Ande April 2022 ein Moratorium gefordert hatte, beschloss die Landesdelegiertenkonferenz der Bündnisgrünen Mitte Mai, sich für die Rettung des Holzberges einzusetzen und das Engagament der Bürgerinitiative Böhlitz zu unterstützen. Ende Juni 2022 hat auch die Linksfraktion Sachsen in einer Pressemiteilung gefordert, die Biotope im Holzberg zu erhalten. Dazu wurde ein Antrag der Linksfraktion im sächsischen Landtag eingebracht, der die Staatsregierung dazu auffordert, im Zusamenwirken mit allen Beteiligten auf den Erhalt, die einstweilige Sicherung und den wirksamen Schutz der Holzbergregion als einzigartigem Hotspot der Natur- und Artenvielfalt hinzuwirken. Damit erhöht sich der Druck auf das Sächsische Wirtschaftministerium, das als übergeordnete Behörde des Sächsischen Oberbergamtes in den nächsten Wochen und Monaten die wichtigen Entscheidungen zum Thema Holzberg zu treffen hat, ob dort in Zukunft verfüllt werden darf oder nicht.

Hinsichtlich der illegalen Verfüllungen im Holzberg im Zeitraum 2003-2007 stellt sich die Frage, warum das Sächsische Oberbergamt damals nicht richtig kontrolliert hat und damit mögliche Gesundheits- und Umweltschäden in Kauf genommen worden sind? Außerdem ist zu hinterfragen, wieso das Sächsische Oberbergamt aktuell an dem immer noch bestehenden Sonderbetriebsplan von 1997 (SBP 1997) für die Verfüllung des Holzberges - der ein Relikt bergbaulicher Planungen aus dem vorigen Jahrtausend ist und heute keinerlei Gültigkeit mehr besitzt - weiterhin festhält und den SBP 1997 bisher nicht zurückgezogen hat bzw. sofort für ungültig erklärt. Hier sind zeitnah vom OBA ganz klare Entscheidungen gefordert, die den Missbrauch einer bergbaulichen Genehmigung zur illegalen Entsorgung giftiger Stoffe im Holzberg ein für allemal unterbinden!

    
(erstellt am 24.06.2022)


Aus Unterlagen des Sächsischen Oberbergamtes geht hervor, dass im Zeitraum 2003-2007 im Holzberg illegal verfüllt wurde mit gesundheitsgefährdenden Stoffen. 


Aus Unterlagen des Sächsischen Oberbergamtes geht hervor, dass im Zeitraum 2003-2007 im Holzberg illegal verfüllt wurde mit gesundheitsgefährdenden Stoffen. 

Aus Unterlagen des Sächsischen Oberbergamtes geht hervor, dass im Zeitraum 2003-2007 im Holzberg illegal verfüllt wurde mit gesundheitsgefährdenden Stoffen. 

Im Zeitraum 2003-2007 wurde der Holzberg illegal mit kontaminiertem Bauschutt verfüllt.


Im Zeitraum 2003-2007 wurde der Holzberg illegal mit kontaminiertem Bauschutt verfüllt.


Damit soetwas zukünftig nicht wieder geschehen kann, hat die Linksfraktion aktuell einen Antrag zum Erhalt der Biotope im Holzberg im Sächsischen Landtag eingebracht. 


Damit soetwas zukünftig nicht wieder geschehen kann, hat die Linksfraktion aktuell einen Antrag zum Erhalt der Biotope im Holzberg im Sächsischen Landtag eingebracht. 


Der MDR-Sachsenspiegel berichtet zur Holzberg-Thematik

Im MDR-Fernsehen wurde am 11.09.21 im Sachsenspiegel ein ausführlicher Beitrag zum Holzberg gesendet. Neben Vertretern der Bürgerinitiative Böhlitz, der BUND-Ortsgruppe Böhlitz und der DAV-Sektion Leipzig äußert sich auch Dr. Gerhard Gey, der sich bereit erklärt hat die Gespräche mit KAFRIL als Mediator zu begleiten, zum aktuellen Stand der Verhandlungen. Dr. Gey, der Präsident des Geoparks Porphyrland und ehemalige Landrat des Landkreises Leipzig, bringt die Option ins Spiel, dass die Tagebaurestlöcher der MIBRAG im Süden von Leipzig als möglicher Ersatzstandort für die KAFRIL-Unternehmensgruppe genutzt werden sollten. 
(erstellt am 23.08.2021)

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Neben Dr. Gey, dem Moderator der Verhandlungen, kommen im Beitrag des MDR-Sachsenspiegel auch Vertreter der BI Böhlitz, der BUND-Ortsgruppe Böhlitz und der DAV-Sektion Leipzig zu Wort.

Sächsische Staatsregierung stellt Weichen für einvernehmliche Lösung des Holzbergkonflikts 

Anfang Juli 2021  wurde der Projektantrag der DAV-Sektion Leipzig für die "Natur- und Bergsportregion Holzberg" durch das Umweltministerium im Rahmen des Konjunkturprogramms "Nachhaltig aus der Krise" zur Förderung ausgewählt. Damit setzt die Sächsische Staatregierung ein ganz deutliches Zeichen in Richtung einer einvernehmlichen Lösung zwischen allen Beteiligten und stellt die finanziellen Mittel für den Erwerb des Holzbergareals durch den DAV zur Verfügung.   


Im März 2021 hatte die DAV-Sektion Leipzig beim Sächsischen Ministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL) im Rahmen des Konjunkturprogramms "Nachhaltig aus der Krise"  einen Förderantrag für die "Natur- und Bergsportregion Holzberg" gestellt. Dem Förderprojekt liegt der Schutz und die weitere Ausgestaltung des Naturraums Holzberg und Köppelscher Berg zugrunde. Ziel des Förderantrages war, dass der DAV Leipzig durch die beantragten Fördermittel in der Lage sein wird, der Firma KAFRIL ein faires Kaufangebot - nicht nur für den Holzberg - sondern für einen geschlossenen Naturraum in einer Größe von ca. 50 ha zu unterbreiten, der das Gelände der ehemaligen Steinbrüche Holzberg und Köppelscher Berg gemeinsam umfasst.

Anfang Juli 2021 erhielten wir die äußerst positive Nachricht, dass das SMEKUL den Projektantrag der DAV-Sektion Leipzig zur "Natur- und Bergsportregion Holzberg" zur Förderung ausgewählt hat.  Dadurch ist die DAV-Sektion Leipzig jetzt berechtigt, zeitnah einen entsprechenen Förderantrag bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) einzureichen. Zusammen mit dem von uns erstellten Konzept für den kurzfristigen Alternativstandort im Zinkenberg, das wir bereits im März 2021 Umweltminister Wolfram Günther vorgestellt und später auch Wirtschaftsminister Martin Dulig übergeben hatten, und der Planung einer langfristigen Lösung im Tagebau Schleenhain, die von Landrat Henry Graichen bereits früher ins Spiel gebracht wurde, sind wir damit der Lösung des Holzbergkonfliktes ein riesiges Stück näher gekommen. Mit der Auswahl des Projektes zur "Natur- und Bergsportregion Holzberg"  zur Förderung und der Bereitstellung der finanziellen Mittel zur Umsetzung hat die Sächsische Staatsregierung ein ganz wichtiges Zeichen gesetzt, in welcher Richtung eine einvernehmliche Lösung zwischen allen Beteiligten gefunden werden muss. Bei einer öffentlichen Veranstaltung in Hohburg hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer vor kurzem betont, dass nicht auf juristischer Ebene gegeneinander gekämpft sondern in konstruktiver Weise miteinander eine Lösung zum Nutzen aller gefunden werden sollte. Dabei hatte Ministerpräsident Kretschmer einen Kauf des Holzbergareals als konkreten Lösungsweg benannt, um die Zukunft des Holzberges im Interesse des Umweltschutzes und des naturverträglichen Bergsports gestalten zu können. Mit der Bereitstellung der finanziellen Mittel zum Erwerb des Holzbergareals durch den DAV zeigt die Sächsische Staatsregierung, dass sie das überwiegende öffentliche Interesse eindeutig im Erhalt der Biotopstrukturen und im Entwicklungspotential des naturverträglichen Bergsports in der Holzbergregion sieht. 
 
Die Chancen für eine einvernehmliche Lösung des Holzbergkonflikts sind aktuell so aussichtsreich wie noch nie. Das Aktionsbündnis zur Holzberg-Rettung wird in Kürze die Gespräche mit der Firma KAFRIL wieder aufnehmen und - wie von Ministerpräsident Kretschmer vorgeschlagen - der Firma KAFRIL dabei ein konkretes Kaufangebot für das Gebiet der Steinbrüche Holzberg und Köppelscher Berg unterbreiten.

(erstellt am 08.07.2021) 

Alternativstandort Zinkenberg kurz vor der möglichen Umsetzung 

Bereits im Februar 2019 schlug das Sächsische Oberbergamt vor, dass mit der Firma KAFRIL ein Kompromiss für einen anderen Verfüllort für ihren Bodenaushub gefunden werden sollte. Dann müsste jemand anderes den Steinbruch Holzberg übernehmen und das Ende der Bergaufsicht herbeiführen.

Basierend auf diesem Vorschlag erarbeitete das Aktionsbündnis zur Holzberg-Rettung in der Folgezeit eine Liste mit Alternativstandorten und wir führten Gespräche mit der Firma KAFRIL. Von Seiten der Firma KAFRIL wurde dabei einer möglichen Lösung mit einem geeigneten Ersatzstandort zugestimmt und wir erhielten die Zusage, dass für diesen Fall auf die geplante Verfüllung des Holzberges verzichtet wird. Im Dezember 2020 kontaktierten wir auch die Werhahn KG bzw. die Basalt-Actien-Gesellschaft (BAG), die eine Vielzahl von Steinbrüchen in der Umgebung von Wurzen unterhält. Aus unserer Sicht bietet der von der BAG betriebene und nahe Röcknitz gelegene Steinbruch Zinkenberg ideale Voraussetzungen als möglicher Alternativstandort für die Verfüllung des Holzberges. Im Zinkenberg werden aktuell auf Grundlage des bestehenden Abschlussbetriebsplanes, der letztmalig 2011 geändert wurde, bergbaueigene Massen aus dem unweit gelegenen Steinbruch Frauenberg verfüllt. Eine Erweiterung der geplanten Verfüllung um das von der Firma KAFRIL im Holzberg angedachte Verfüllvolumen von ca. 1 Mio. Kubikmeter ist aus bergbauplanerischer Sicht im Zinkenberg problemlos möglich. Hierzu bedarf es lediglich einer Änderung des Abschlussbetriebsplanes um die entsprechende Verfüllmenge und einer Erweiterung auf standortfremde Materialien analog zum Sonderbetriebsplan Holzberg. Wir freuen uns sehr, dass die BAG vorbehaltlich der Klärung dieser Fragen ihre weitere Gesprächsbereitschaft zugesichert hat.

Im März 2021 hat die DAV-Sektion Leipzig einen Projektantrag im Rahmen des Förderprogrammes „Nachhaltig aus der Krise“ des Sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft gestellt. Dem Förderprojekt liegt der Schutz und die weitere Ausgestaltung der Natur- und Bergsportregion Holzberg zugrunde. Unter der Voraussetzung, dass die beantragten Fördermittel bewilligt werden, wird der DAV Leipzig in der Lage sein, der Firma KAFRIL ein faires Kaufangebot nicht nur für den Holzberg sondern für einen geschlossenen Naturraum in einer Größe von ca. 50 ha zu unterbreiten, der das Gelände der ehemaligen Steinbrüche Holzberg und Köppelscher Berg gemeinsam umfasst.
 

Die Voraussetzungen für eine einvernehmliche Lösung des Holzbergkonflikts waren noch nie so aussichtsreich und ermutigend wie aktuell. Daher hat sich das Aktionsbündnis zur Holzberg-Rettung im April 2021 noch einmal an Ministerpräsident Kretschmer und alle anderen beteiligten Vertreter in Politik und Verwaltung gewandt mit der eindringlichen Bitte, die einmalige Chance, die sich derzeit bietet - in konstruktiver Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten zeitnah zu einer einvernehmlichen und zukunftsweisenden Alternativstandort-Lösung für den Holzberg zu gelangen - jetzt beim Schopfe zu packen und gemeinsam alle Kräfte für die Realisierung der Ersatzstandortlösung mit dem Zinkenberg zu bündeln. Dazu werden wir Anfang Mai ein neuerliches Gespräch mit der Firma KAFRIL führen.

 (erstellt am 02.05.2021) 

Visualisierung der geplanten zusätzlichen Verfüllung im Steinbruch Zinkenberg

Förderantrag des DAV-Leipzig zur Natur- und Bergsportregion Holzberg

Wiedereröffnung des Holzberges für den Klettersport

 

Nachdem der Steinbruch Holzberg seit März 2020 für den Klettersport gesperrt war, darf dort jetzt wieder geklettert werden. Am 24.09.2020 konnten Rainer Beck vom DAV-Leipzig und Gerald Krug vom DAV-Landesverband die naturschutzrechtliche Genehmigung für das Klettern im Holzberg im Umweltamt in Grimma in Empfang nehmen. Dies war der letzte Baustein, um den im Juni vorm Amtgericht Grimma geschlossenen Vergleich zwischen der KAFRIL-Unternehmensgruppe und dem DAV-Leipzig umzusetzen, und so das Klettern im Holzberg wieder zu ermöglichen. Leider wurde der Genehmigungsprozess durch das Landratsamt des Landkreises Leipzig seit Mitte Juli noch mehr als zwei Monate verzögert. Ein großer Dank an die übergeordneten Behörden in Dresden, die auf unsere Anfrage hin diesem Treiben ein Ende gesetzt haben. 

Ein großes Ziel ist heute erreicht - dass wieder im Holzberg geklettert werden darf. Die geplante (Teil-)Verfüllung des Holzberges ist jedoch noch nicht abgewendet. 


Hier findet ihr noch die offizielle Pressemitteilung des DAV zur Erteilung der Klettergenehmigung durch den Landkreis und den Beitrag des MDR-Sachsenradios.

Neue Gespräche mit KAFRIL

Am Montag, dem 4.5.2020, haben sich die Holzbergfreunde unterstützt durch einen Vertreter des Arbeitskreises Holzberg des DAV-Leipzig mit der Firma KAFRIL zu einem weiteren Gespräch getroffen. Auslöser war die jüngst erfolgte außerordentliche Kündigung des Nutzungsvertrages für das Klettern im Holzberg, die aus Sicht von KAFRIL ab sofort (also mit dem Zugang der Kündigung Mitte April 2020) gültig sein sollte. Der DAV-Leipzig hat dieser außerordentlichen Kündigung aufgrund der zweijährigen Kündigungsfrist im Nutzungsvertrag schriftlich widersprochen - KAFRIL bleibt jedoch vorerst bei seinem Standpunkt, dass diese außerordentliche Kündigung rechtskräftig ist.  

Beim gemeinsamen Gespräch wurden die unterschiedlichen Standpunkte hart aber fair ausgetauscht. Die Firmenvertreter wiesen auf überzogene Darstellungen im Internet hin, welche zu deren harter Reaktion geführt hatten. Beide Seiten einigten sich auf eine Deeskalation und zu einer Rückkehr an den Gesprächstisch. Wir hoffen, dass die außerordenliche Kündigung nun zurückgezogen wird und für die folgenden beiden Jahre im Holzberg weiterhin geklettert werden kann. 

Die Firma ist nach wie vor bereit bei Bereitstellung eines Alternativstandortes auf den Holzberg zu verzichten. Problem dabei sind die extrem langen Verfahrenszeiten zur Zulassung, die geschätzt 5-10 Jahre sind. Zur Sprache gebracht wurden auch die von den Holzbergfreunden in ihrer erstellten Alternativliste aufgeführten Standorte der Basalt-Aktiengesellscaft (BAG) sowie des aufzulassenden Braunkohletagebaues Vereinigtes Schleenhain/Heuersdorf. Dieser stellt ein gigantisches Loch dar, in welchem unbelasteter Bodenaushub nach Maßgabe der Dinge eigentlich ein hochwillkommener Verfüllstoff sein müsste. Hier ist nun die Politik gefordert, Gesprächsbereitschaft bei den jeweiligen Standortbetreibern herzustellen und gegebenenfalls langwierige Verfahren durch erhöhte Priorisierung zu beschleunigen. 


Gemeinsame Initiative aller Bergsportler zur Rettung des Holzberges

Am 06.02.2020 fand in Leipzig ein Treffen aller beteiligten Bergsportvereine zum Holzberg statt. Neben der Geschäftsführung und dem Arbeitskreis Holzberg des DAV-Leipzig waren die IG Klettern Mittelsachsen, die Holzbergfreunde und Vertreter des DAV-Landesverbandes Sachsen und der DAV-Kommission Klettern&Naturschutz dabei. Bei dem Treffen wurde vereinbart, ab sofort mit einer Stimme aller Bergsportler in enger Abstimmung mit der BI Böhlitz für die Erhaltung der Biotope und Klettermöglichkeiten im Holzberg zu kämpfen und dass die gemeinsame Arbeit durch den DAV-Landesverband Sachsen koordiniert wird. Wir als Holzbergfreunde freuen uns sehr, dass ab jetzt alle gemeinsam an einem Strang ziehen! 

Statement des DAV-Bundesverbandes zum Holzberg

Am 31.01.2020 hat der DAV-Bundesverband in München ein Positionspapier zum Holzberg veröffentlicht. Darin wird folgendermaßen Stellung bezogen:

"Zusammenfassend können wir aufgrund der aufgeführten Gründe sowie der Naturschutz-Grundsätze des Deutschen Alpenvereins einer Verfüllung des alten Steinbruchs nicht zustimmen. Gleichzeitig setzt sich der Deutsche Alpenverein weiterhin für den Erhalt des naturverträglichen Klettersports im „Steinbruch Holzberg“ ein und unterstützt die naturschutzfachlichen Bemühungen des Biotop- und Artenschutzes."


Außerdem hat der DAV-Landesverband Sachsen in seiner Vorstandssitzung Ende Januar auf Basis der Pressemitteilung des DAV-Leipzig vom 27.11.2019 seinen Vorstandsbeschluss vom Januar 2019 - gemäß dem der Landesverband aus Neutralitätsgründen keine Position zum Thema Holzberg bezogen hat und seinen Ehrenamtlichen im Bereich Klettern&Naturschutz untersagt hatte, sich im Namen des DAV gegen die Verfüllung des Holzberges zu engagieren - vollumfänglich aufgehoben.


Wir als Holzbergfreunde freuen uns sehr, dass wir nun in der Lage sind, uns innerhalb des DAV von der Sektions-, über die Landesebene bis zum Bundesverband gemeinsam für die vollständige Erhaltung der Biotope und Klettermöglichkeiten im Holzberg zu engagieren. 

Vereidigung der neuen Sächsischen Staatsregierung

Laut Medienberichten soll am 20.12.2019 im Sächsischen Landtag im Anschluss an die Wahl des Ministerpräsidenten die neue Sächsische Staatsregierung vereidigt werden. Fest steht bisher, dass die Führung des Umweltministeriums (SMUL) von der CDU an die Grünen wechselt. Wir sind zuversichtlich, dass mit diesem Wechsel ein eindeutiges Bekenntnis der sächsischen Landesregierung zum dauerhaften Schutz der Biotope im Holzberg erfolgen wird. In einem LVZ-Artikel vom September 2019 hatte das Umweltministerium bisher bestätigt, dass es "das gemeinsame Ziel aller Akteure ist, das entstandene wertvolle Naturpotenzial langfristig zu erhalten" und dass das SMUL den Prozess zur Lösungsfindung fachlich eng begleiten wird.

Grünen-Spitzenkandidat Wolfram Günther findet dazu im LVZ-Artikel noch deutlichere Worte:  „Wenn wir so was kaputtmachen, würden wir einen Schaden anrichten, der überhaupt nicht mehr reparabel ist für die nächsten Jahrhunderte“. Weiterhin forderte Günther, dass „im Interesse des Artenschutzes alle Kraft in die Erhaltung des gesunden Holzberg-Biotops gesteckt werden muss“ und das dies im ureigensten Interesse der öffentlichen Hand sein muss. Bereits im August 2019 hatte Wolfram Günther den Holzberg besucht und sich vor Ort ein Bild der Lage gemacht. Dabei hatte er sich ganz klar positioniert, welche hohe naturschutzfachliche Bedeutung des Holzberges für die gesamte Region er aufgrund der nachgewiesenen Artenvielfalt und Biotopvernetzung sieht und wie dringend diese dauerhaft durch die zuständigen Behörden unter Schutz gestellt werden muss.

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Grünen-Spitzenkandidat Wolfram Günther bezieht bei seinem Besuch im Holzberg im August 2019 ganz klar Stellung zur Rettung der Biotope.

Auswertung der Wasserbilanz für den Holzberg

Dr. Martin Treiber, Wissenschaftler an der TU Dresden, hat eine Analyse der Wasserbilanz im Holzberg für den Zeitraum Juli 2018 - November 2019 erstellt. Dr. Treiber ist Experte auf dem Gebiet der Feuchtebilanzierung und hat gemeinsam mit anderen Mitstreitern in den letzten Jahren beim Sächsischen Bergsteigerbund für das Elbsandsteingebirge ein System – die sog. Felsampel - entwickelt, das anhand umfangreicher Messdaten von DWD-Wetterstationen mit Hilfe eines physikalischen Modells die Verdunstungsrate an der Felsoberfläche und somit die Felsfeuchtigkeit berechnet. Dieser Wert ist für die Kletterer sehr wichtig, um die Festigkeit des Sandsteins nach wechselhaftem Wetter bewerten zu können. Durch eine entsprechende graphische Darstellung der Ergebnisse im Internet, die sog. Felsampel, ist damit eine wissenschaftlich fundierte Empfehlung an die Kletterer möglich, wann in welchem Gebiet der Sächsischen Schweiz nach Regen wieder geklettert werden kann. Die Felsampel ist somit ein wesentlicher Beitrag zum Schutz bzw. Erhalt der feuchteempfindlichen Sandsteinfelsen im Sinne des naturverträglichen Kletterns und wird von den Kletterern intensiv genutzt. 

Die Feuchtebilanzierung für den Holzberg ist ein einfacher Sonderfall des von Dr. Treiber entwickelten physikalischen Modells zur Felsfeuchtebestimmung. Aus den stündlichen Werten der Wetterstationen in der direkten Umgebung des Holzberges (für Niederschlag, Temperatur, relative Feuchte, Wolkenbedeckung, Sonnenscheindauer, Wind, diskrete und diffuse Strahlung) hat Dr. Treiber mit Hilfe des Penman-Modells die stundenweise Verdunstung für den Zeitraum ab dem 01.07.2018 berechnet. Da es sich laut geologischem Gutachten beim Holzberg um einen Kesselbruch ohne Verbindung zum Grundwasser handelt, gehen für die Berechnung der Wasserbilanz im Holzberges als weitere Eingangsgrößen lediglich das Verhältnis von Wasserfläche zu Einzugsbereich und die Exposition hinsichtlich Sonne und Wind ein. Aus den vorhandenen Luftbildern ist ersichtlich, dass der Einzugsbereich des Holzberges, also all die Flächen von denen das Regenwasser in den Holzberg abfließt, mindestens doppelt so groß ist wie die Ausdehnung der Wasserfläche im Holzberg im Jahr 2018. Weiterhin wird als äußerst konservative Randbedingung verwendet, dass das Feuchtbiotop im Holzberg zu vollen 100% dem Sonnenschein und Wind ausgesetzt ist, was durch die teilweise Beschattung und die sehr windgeschützte Lage in der Realität so nicht der Fall ist.

Trotz dieser stark konservativen Annahmen ergibt die Analyse der Wasserbilanz (siehe Grafik unten) aus den Wetterdaten für den Zeitraum Juli 2018 - November 2019 unter natürlichen Bedingungen (d.h. für den Fall, dass im Holzberg nicht abgepumpt worden wäre) folgende zentrale Aussagen:

  • maximale Wasserabsenkung im Holzberg (ohne Abpumpen) im Spätsommer/Herbst 2018 bzw. 2019 mit ca. 25cm
  • Erreichen des Ausgangs-Wasserniveaus im Frühjahr 2019 und voraussichtlich wieder im Frühjahr 2020 
  • kein Anstieg des Wasserspiegels (ohne Abpumpen) über den Zeitraum eines Jahres hinweg unter den derzeitigen klimatischen Bedingungen
  • für den Fall eines vollständig mit Wasser gefüllten Kesselbruchs ohne weiteres Einzugsgebiet ergibt sich eine Absenkung des Wasserspiegels von ca. 75cm


Dr. Treiber hat vier weitere Fälle mit weniger Sonnen- bzw. Windexposition untersucht. Die Zusammenfassung seiner Ergebnisse zeigt, dass sich dabei durchweg ein noch geringeres  Absinken bzw. sogar Steigen des Wasserspiegels ergibt. Die vorgestellte Variante mit einer maximalen Exposition von 100%Sonne und 100% Wind ist somit die untere Schranke für das maximal mögliche Absinken des Wasserspiegels.


Die Ergebnisse der Wasserbilanzierung von Dr. Treiber stehen in völligem Widerspruch zu den a) vom Umweltamt gegenüber dem SMUL im Frühsommer 2019 gemachten Stellungnahmen (siehe Dienstaufsichtsbeschwerde), dass das Abpumpen momentan nötig sei um das Biotop zu erhalten, und b) zu der von Dr. Bergmann im MDR-Interview vom August 2019 gemachten Aussage, dass das trockene Klima im Jahr 2018 und 2019 hauptverantwortlich sei für die dramatische Absenkung des Wasserspiegels im Holzberg. Selbst für den Sonderfall eines Steinbruches ohne zusätzliches Einzugsgebiet ist mit den Wetterdaten der letzten 16 Monate ein maximales Absinken des Wasserspiegels auf natürliche Weise um lediglich 0,75m theoretisch möglich. Im Holzberg - der im Gegensatz dazu ein umfangreiches Wassereinzugsgebiet besitzt - ist der Wasserstand jedoch in den letzten beiden Jahren um mehr als 1,25m gefallen. Damit ist nachgewiesen, dass im Holzberg massiv abgepumpt wurde.   

Die Bürgerinitiative Böhlitz hatte Landrat Graichen im Mai 2019 Videobeweise des kontinuierlichen Abpumpens übergeben. Dr. Bergmann bestätigte gegenüber dem MDR im August 2019, dass der Wasserstand im Holzberg um ca. 1,25m gegenüber 2018 abgesunken ist. Mit der von Dr. Treiber für den Holzberg für Herbst 2019 berechneten und im benachbarten Köppelschen Berg auch gemessenen natürlichen Absenkung um 0,25m ergibt sich eine Differenz von ca. 1m Wasser, was im Feuchtbiotop im Holzberg abgepumpt wurde. Die Größe des Feuchtbiotops im Holzberg beträgt ca. 3 Hektar. Somit kann überschlägig festgestellt werden, dass im Zeitraum der letzten beiden Jahre im Holzberg nachweislich ein Wasservolumen von ca. 30 Mio. Litern illegal abgepumpt wurde, was ca. 700 Tank-LKW-Sattelaufliegern entspricht. 

Unter stark konservativen Annahmen ergibt sich aus den Wetterdaten der letzten 16 Monate im Holzberg ein Absinken des Wasserspiegels auf natürliche Weise um lediglich ca. 25cm - durch das Abpumpen fehlen jedoch 1,25m.

Holzbergtag in Böhlitz

Am 06.12.19 lud die Bürgerinitiative Böhlitz anlässlich ihres einjährigen Bestehens zum Holzbergtag in den Gasthof "Zur Königslinde" nach Böhlitz ein. Der Abend startete mit einer Podiumsdiskussion, die von Barbara Brähler vom MDR-Sachsenradio moderiert wurde. Neben dem bekannten Leipziger Alpinisten Dr. Olaf Rieck und Christian Krönert von der Bürgerinitiative Böhlitz waren auch Dr. Matthias Ladusch, Biologe von der Uni Leipzig, und Lutz Zybell von den Holzbergfreunden nach Böhlitz gekommen. Der Böhlitzer Bürgermeister Thomas Pöge hatte seine Teilnahme an der Podiumsdiskussion leider absagen müssen - im Vorfeld des Treffens hatte er jedoch Kontakt zu den anderen Diskussionsteilnehmern aufgenommen und die Zustimmung der Gemeinde Thallwitz hinsichtlich einer möglichen sanften touristischen Vermarktung des Klettersports mitgeteilt. Der Vorsitzende des DAV-Leipzig hatte die Einladung zur Teilnahme an der Diskussion leider ausgeschlagen. Erfreulicherweise war der neu gegründete Arbeitskreis Holzberg des DAV-Leipzig mit einigen Mitgliedern im Saal vertreten.  

Die zentralen Themen der Podiumsdiskussion waren die aktuelle rechtliche Lage im Holzberg, die Vereinbarkeit von Klettersport und Naturschutz im Holzberg, denkbare Zukunftskonzepte für den Holzberg und die Möglichkeiten für eine stärkere Nutzung des Kletterns für den Tourismus in der Region. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion gab es eine offene Fragerunde: Dabei bewegte die mehr als 60 anwesenden Gäste vor allem die Frage, welche rechtlichen Mittel eingelegt werden können, wenn KAFRIL zeitnah wieder abpumpen bzw. sogar mit der Verfüllung beginnen würde. Rechtsanwalt Christian Krönert von der Bürgerinitiative Böhlitz führte aus, dass in diesen Fällen sofort die Polizei verständigt und eine einstweilige Verfügung bei Gericht beantragt werden würde. Unabhängig davon müsste KAFRIL vor Beginn der Verfüllung dafür eine Ausnahmegenehmigung bei der zuständigen Naturschutzbehörde beantragen, da sonst wissentlich eine Umweltstraftat begangen wird. Nach Rückmeldung von Naturschutz-Experten ist es vollkommen ausgeschlossen, dass diese Genehmigung zum Verfüllen in Anbetracht der im Holzberg nachgewiesenen Biotopstrukturen und zahlreichen streng geschützten Arten von den Behörden erteilt werden kann.

Im gemütlichen Teil des Abends spielte dann Oli's Rockband aus Meißen. Krönender Abschluss war ein Gastauftritt von Patrick und Christian gemeinsam mit der Band. Ein großes Dankeschön an alle, die diesen gelungenen Abend in Böhlitz vorbereitet haben!

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion. (Foto: Yorck Maecke)

Olaf Rieck, Christian Krönert und Barbara Brähler im Gespräch. (Foto: Yorck Maecke)

Matthias Ladusch erläutert den DAV-Standpunkt im Bereich Klettern&Naturschutz. (Foto: Yorck Maecke)

Rückfragen aus dem Publikum. (Foto: Yorck Maecke)

Die IG Klettern und Naturfreunde Mittelsachsen beteiligt sich an der Diskussion. (Foto: Yorck Maecke)

Der gemütliche Teil des Abends mit Oli's Rockband. (Foto: Yorck Maecke)

Gastauftritt von Patrick und Christian. (Foto: Yorck Maecke)

Pressemitteilung des DAV-Leipzig zum Holzberg

Der Vorstand des DAV Leipzig hat nach massiven Protesten der Mitglieder und des erweiterten Vorstands laut Pressemitteilung auf seiner Sitzung am 26.11.19 einstimmig beschlossen, dass der Biotopverbund im Holzberg als unteilbare Einheit betrachtet wird und dass der DAV-Leipzig einen Arbeitskreis gründet, der sich gemeinsam mit den anderen bestehenden Gruppen, wie z.B. der Bürgerinitiative Böhlitz und den Holzbergfreunden, für den dauerhaften Erhalt des Biotopverbunds und der Klettermöglichkeiten im Holzberg einsetzt.  Leider war vom Vorsitzenden des DAV-Leipzig, Steffen Kempt, bisher ein anderer Kurs ohne jegliche Einbindung der Mitglieder vertreten worden. Neben der Pressemitteilung wurden auf der Homepage des DAV-Leipzig auch noch alle Holzberg-Beschlüsse des Vorstandes vom 26.11.19 wortwörtlich in vollem Umfang veröffentlicht. Danke an alle engagierten Natur- und Kletterfreunde im DAV Leipzig, die durch ihren gezeigten Protest zu dieser positiven Entwicklung beigetragen haben!  Wir als Holzbergfreunde freuen uns sehr, dass jetzt alle Bergsportler gemeinsam mit einer Meinung - also gegen jegliche Teilverfüllung im Holzberg - sprechen.

Pressemitteilung des DAV-Leipzig vom 27.11.19

Beschlüsse des DAV-Leipzig zum Holzberg von der Vorstandssitzung am 26.11.19

Info-Veranstaltung des DAV-Leipzig am 19.11.19

Eine Woche nach dem Treffen beim Landrat hatte der DAV-Leipzig zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Holzberg ins Rahn-Gymnasium in Leipzig eingeladen. Leider wurde auf Weisung des geschäftsführenden Vorstands allen interessierten Gästen, die nicht Mitglied im DAV-Leipzig sind, mittels eines Sicherheitsdienstes der Eintritt zum Veranstaltungsraum verwehrt. Die BI Böhlitz und die Holzbergfreunde waren daher außerhalb des Geländes mit Plakaten vertreten und informierten mit einem Info-Flyer zur aktuellen Lage am Holzberg. Auch auf Nachfragen bzw. Forderung der anwesenden DAV-Mitglieder, die ausgesperrten Gäste einzulassen, blieb es beim Hausverbot für Nichtmitglieder. 

Zunächst informierte Gerald Krug als zuständiger Vertreter der DAV-Kommission Klettern&Naturschutz die Versammlung der ca. 30 anwesenden Mitglieder des DAV-Leipzig über die aktuelle Lage, die bisherigen Aktivitäten der BI Böhlitz und der Holzbergfreunde und die Ergebnisse des Treffens mit dem Landrat. Danach stellte Steffen Kempt, 1. Vorsitzender des DAV-Leipzig, sein Anliegen vor - unter der Führung des DAV-Leipzig zusammen mit anderen Partnern (u.a. der Gemeinde Böhlitz, der Firma KAFRIL, der BI Böhlitz, etc.) eine Stiftung gründen zu wollen, die die Felswände im Holzberg kauft, um das Klettern dort langfristig zu sichern. Da Steffen Kempt (beim Treffen mit dem Landrat am 12.11.19) explizit nicht zur Haltung der geplanten Stiftung hinsichtlich des Biotopschutzes und der geplanten Verfüllung des Holzberges Stellung bezogen hatte, kann dieser Vorschlag von der BI Böhlitz und den Holzbergfreunden nicht mitgetragen werden. Auch die anwesenden Mitglieder des DAV-Leipzig lehnten den Stiftungsvorschlag ab. In der teils heftigen Diskussion zeigte sich deutlich, dass für die anwesenden Mitglieder des DAV-Leipzig der Erhalt des Kletterns wünschenswert jedoch der Schutz des ganzen Gebietes die absolute Priorität hat. Aus dem Auditorium heraus bildete sich abschließend ein "Arbeitskreis Holzberg", in dem sich interessierte Mitglieder des DAV-Leipzig zusammengeschlossen haben um das bisherige alleine Agieren des geschäftsführenden Vorstandes im Namen des DAV beim Thema Holzberg zu unterbinden. 

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den engagierten Natur- und Kletterfreunden des DAV-Leipzig zur Erhaltung des Holzberges! Wichtig wird sein sich noch besser kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen und den Informationsaustausch sicherzustellen. 

Die BI Böhlitz und die Holzbergfreunde informieren die Gäste außerhalb der abgesperrten Tagungsräumlichkeiten.

Die BI Böhlitz hat einen Info-Flyer zur aktuellen Lage am Holzberg erstellt. 

Auch auf den Stiftungsvorschlag der Führung des DAV-Leipzig wird im Flyer detailliert eingegangen.

Treffen beim Landrat Anfang November 2019

Hinweis: Das SMUL hat uns Anfang Dezember angeschrieben und um folgende Korrektur gebeten: Durch das SMUL erfolgte bisher keine Anweisung zur Beendigung des Abpumpens im Holzberg. Wir stehen aktuell in Kontakt mit dem SMUL, wie der Schutz des Feuchtbiotops derzeit gewährleistet wird und wie die Zuständigkeit zum Abpumpen im Holzberg geregelt ist.  

Das Treffen am 12.11.19 beim Landrat in Borna mit allen Beteiligten (u.a. Landkreis LEI, Umweltamt, Gemeinde Thallwitz, KAFRIL, Bürgerinitiative Böhlitz, Holzbergfreunde) brachte leider noch keine konkreten Ergebnisse hinsichtlich eines Alternativ-Standortes. 

Zunächst bestätigte das Oberbergamt (OBA), dass seit mindestens 2006 keine wasserrechtliche Erlaubnis gemäß §14 Abs. 2 WHG für das Abpumpen vorliegt. Falls der Eigentümer (wieder) Abpumpen möchte, muss er zuvor diese Erlaubnis beim OBA beantragen. Das Umweltministerium (SMUL) hatte uns letzte Woche bei einem Gespräch in Dresden mitgeteilt, das unabhängig davon eine Anweisung vom SMUL erfolgte, dass das Abpumpen im Holzberg derzeit aus Biotop- und Artenschutzgründen einzustellen ist - dem hat der Landkreis merkwürdigerweise widersprochen. Für das SMUL hat der Schutz der Biotpe im Holzberg oberste Priorität und da nachweislich abgepumpt wurde, ist das SMUL dort eingeschritten.  

Im Vorfeld des Treffens hatten wir eine Liste mit 14 möglichen Alternativstandorten erstellt. Es bestand allgemeine Zustimmung von allen Seiten, dass diese Liste zeitnah konkretisiert und abgearbeitet werden soll. Dazu wurde eine "Fachgruppe" bestehend aus Frau Sommer (Landkreis LEI), Herrn Karnahl (KAFRIL), Herrn Krönert (BI Böhlitz) und Herrn Zybell (Holzbergfreunde) beauftragt, innerhalb der nächsten drei Monate Gepräche mit den jeweiligen Flächeneigentümern zu führen und eine Bewertung der Machbarkeit der auf der Liste enthaltenen Alternativstandorte zu erstellen.

Dienstaufsichtsbeschwerde und Gespräch im Umweltministerium

Hinweis: Das SMUL hat uns Anfang Dezember angeschrieben und um folgende Korrektur gebeten: Durch das SMUL erfolgte bisher keine Anweisung zur Beendigung des Abpumpens im Holzberg. Wir stehen aktuell in Kontakt mit dem SMUL, wie der Schutz des Feuchtbiotops derzeit gewährleistet wird und wie die Zuständigkeit zum Abpumpen im Holzberg geregelt ist.  

Die Bürgerinitiative Böhlitz hat Anfang Oktober 2019 bei der Landesdirektion eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Dr. Lutz Bergmann in seiner Funktion als Leiter des Umweltamtes des Landkreises Leipzig gestellt. Die Gründe dafür sind der Verstoß gegen Informationspflichten, die Verbreitung von Falschinformationen, die Zerstörung der Biotope im Holzberg und die Verletzung des Neutralitätsprinzips - alles Punkte die Dr. Bergmann persönlich zu verantworten bzw. selbst getätigt hat. Ergänzend zur Dienstaufsichtsbeschwerde hat die Bürgerinitiative Böhlitz in einem Begleitschreiben eine Liste mit 10 konkreten Forderungen an die Landespolitik gestellt, die zeitnah bezüglich des Holzberges umgesetzt werden sollen.

In einem gemeinsamen Gespräch mit der Bürgerinititive Böhlitz am 07.11.19 im Umweltministerium (SMUL) in Dresden teilte uns Dr. Hartmut Schwarze (Leiter der Abteilung 5 - Naturschutz) mit, dass das SMUL die Beschwerde der BI Böhlitz zum Anlass nimmt die Fachaufsicht zum Fall Holzberg zu übernehmen und dazu aktuell Gespräche mit allen beteiligten Behörden führt, um die komplizierten rechtlichen Rahmenbedinungen zu klären und denkbare Optionen - auch mit dem Eigentümer - zu prüfen. Außerdem wurde vom SMUL bestätigt, dass es im Holzberg geschützte Biotope gibt, und es wurde daher vom SMUL angewiesen das Abpumpen einzustellen. Für den dienstrechtlichen Aspekt der Beschwerde ist Landrat Graichen zuständig, an den die Beschwerde weitergeleitet wurde.

Ein sehr positives Zeichen, dass das Umweltministerium dem bisherigen Treiben des Umweltamtes des Landkreises Leipzig endlich einen klaren Riegel vorschiebt!

Trockenlegung des Feuchtbiotops im Jahr 2019

Mit Hilfe der Luftbilder von Chris Jüttner haben wir eine Visualisierung der Zerstörung des Flachwasserbiotops im Holzberg erstellt. Leider wurden bis September 2019 durch das kontinuierliche illegale Abpumpen, für das seit 1997 keine wasserrechtliche Erlaubnis gemäß §14 Abs. 2 WHG vorliegt, mindestens 60% der Fläche des Feuchtbiotops im Vergleich zu 2018 trockengelegt. Die Bürgerinitiative Böhlitz hatte das Abpumpen im Jahr 2019 regelmäßig geprüft, mit Videos nachgewiesen und diese im Mai 2019 Landrat Henry Graichen übergeben. Umweltamtsleiter Dr. Bergmann sagte dem MDR am 07.08.19 in einem Interview hingegen, dass "seine Behörde keine Kenntnis von kontinuierlichen Wasserentnahmen im Holzberg hat". Durch das Abpumpen im Holzberg erfolgte eine mittelbare Beeinträchtigung bzw. Zerstörung von gesetzlich geschützten Biotopen, die gemäß BNatSchG §71a geahndet wird. Uta Strenger, die Initiatorin der Petition "Rettet die Bienen in Sachsen", hatte Anfang August 2019 Anzeige gegen das illegale Abpumpen im Holzberg gestellt, woraufhin dies eingestellt wurde.  

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Dieses Video vom August 2019 zeigt die trockengelegten Fläche im Holzberg.

Aktuelle Luftbilder vom Holzberg

Auf unsere Anfrage bei Facebook um Unterstützung für aktuelle Luftbilder vom Holzberg meldete sich Chris Jüttner aus Leipzig. Mit seiner DJI Mavic 2 Pro erstellte Chris am 28.09.19 die folgenden beeindruckenden Aufnahmen vom Holzberg, auf denen das Ausmaß der Trockenlegung des Feuchtbiotops durch das illegale Abpumpen deutlich sichtbar ist. Herzlichen Dank an Chris für die Unterstützung! 

Direkt neben dem Holzberg liegt das Firmengelände von KAFRIL. (Foto: Chris Jüttner)

Die trockengelegten Bereiche des Feuchtbiotops sind deutlich sichtbar. (Foto: Chris Jüttner)

Blick auf die imposanten Felswände des Holzbergs von Süden. (Foto: Chris Jüttner)

Die #HolzbergRetter beim Weltklimastreik in Leipzig

Am 20.09.19 demonstrierten die #HolzbergRetter mit 25000 anderen Menschen für den Schutz des Klimas und den Erhalt der Artenvielfalt im Holzberg beim Weltklimastreik in Leipzig. Unsere Plakate vom Bergfilmfestival kamen wieder zum Einsatz und wir konnten eine Menge Aufmerksamkeit für den Holzberg erzielen. Wir haben bei der Demo mit vielen Menschen über den Holzberg gesprochen und wir waren am Abend dieses Tages sicher, dass wir der Rettung des Natur- und Kletterparadieses Holzberg wieder ein gutes Stück näher gekommen sind. 

Treffen mit KAFRIL

Die Holzbergfreunde hatten Jens Karnahl, den Geschäftsführer der KAFRIL-Unternehmensgruppe, um einen Gesprächstermin zur aktuellen Situation am Holzberg gebeten. Am 18.09.19 besuchten die Holzbergfreunde Gerald und Lutz Herrn Karnahl am Firmensitz in Großzschepa und diskutierten mit ihm, wie die Biotope und Klettermöglichkeiten im Holzberg in vollem Umfang erhalten werden können. Ein möglicher Weg dahin ist, dass mit Hilfe der Politik und der beteiligten Behörden, also dem Umweltministerium und dem Wirtschaftsministerium in Dresden sowie dem Sächsischen Oberbergamt in Freiberg, ein alternativer Verfüllstandort für die Firma KAFRIL gefunden wird.

Hinsichtlich einer Alternative zum Holzberg und zum aktuellen Stand der Umweltprüfung hat Herr Karnahl uns gegenüber folgende Aussagen getroffen:

  • KAFRIL steht einem möglichen alternativen Verfüllstandort (mit entsprechendem finanziellen Ausgleich für den Holzberg) nicht generell abweisend gegenüber; der Holzberg hat logistische Vorteile für KAFRIL (Firmengelände daneben), die an anderer Stelle aber anderweitig auch gegeben sein können (z.B. Autobahnnähe)


  • KAFRIL hat das Ingenieurbüro G.U.B. aus Zwickau/Leipzig mit der naturschutzrechtlichen Genehmigungsplanung für die geplante Verfüllung des Holzberges beauftragt; das Gutachten für die Überprüfung der Umweltverträglichkeit des Vorhabens wird von G.U.B. erstellt; die Genehmigungsplanung bzw. Umweltverträglichkeitsprüfung sei bei GUB kurz vor dem Abschluss; das vom Umweltamt freigebene faunistische Gutachten ist Bestandteil dieser Umweltprüfung durch G.U.B. und wurde von G.U.B. extern beim Ingenieurbüro Dr. Seils beauftragt


Abschließend äußerte Herr Karnahl uns gegenüber, dass die Kletterer und KAFRIL sich gemeinsam bei Politik und Behörden dafür stark machen sollten, dass ein geeigneter Alternativstandort - der seiner Meinung nach nur sehr schwer zu finden sei - gefunden wird und somit der Holzberg so erhalten werden kann, wie er aktuell ist. 

Trotz sehr unterschiedlicher Sichtweisen zur Naturschutzproblematik am Holzberg danken wir Herrn Karnahl für die Einladung und das offene Gespräch. Das nächste Treffen zum Thema Holzberg wurde für Mitte November vereinbart - dann in größerer Runde gemeinsam mit dem Landrat und anderen Beteiligten aus der Region. Wir werden uns bis dahin dafür einsetzen, dass die Ergebnisse des Gutachtens der Umweltprüfung durch die Firma G.U.B. der Öffentlichkeit so schnell wie möglich zur Verfügung stehen, und die übergeordneten Behörden in Dresden und Freiberg zeitnah um ihre Unterstützung zum vollständigen Erhalt der Biotope im Holzberg und zum Finden eines Alternativstandortes zur Verfüllung bitten.


Ostdeutscher Sektionentag des DAV

Am 14.09.2019 trafen sich in Leipzig die Vorsitzenden der ostdeutschen Sektionen und Landesverbände des Deutschen Alpenvereins (DAV) zum Ostdeutschen Sektionentag. Aus München nahmen vom DAV-Hauptverband Vizepräsidentin Burgi Beste und Hanspeter Mayr - Leiter des Geschäftsbereichs Alpine Raumordnung, dem auch das Ressort Naturschutz untersteht - an der Versammlung der DAV-Vertreter teil. Gerald Krug hatte den Teilnehmern im Vorfeld in einem Bericht die aktuelle Lage am Holzberg geschildert. Die DAV-Sektion Leipzig hatte bisher leider versucht, die Diskussion zum Holzberg im DAV zu unterbinden. Durch den gestiegenen öffentlichen Druck, v.a. aus der Kletterszene, ergriff Steffen Kempt, 1. Vorsitzender des DAV-Leipzig, erfreulicherweise die Flucht nach vorn und bat um Ergänzung des Tagesordnungspunktes "Holzberg". Er führte aus, dass sich der Vorstand des DAV-Leipzig auf der kommenden Sitzung mit dem Thema Holzberg befassen wird und sich anschließend zur Naturschutzproblematik im Holzberg äußern wird. Vor dem Hintergund der Resolution "Vom Reden zum Handeln", die in Hinblick auf die Klimaveränderung gerade im DAV erarbeitet wird und die konkrete Forderungen zum Natur- und Klimaschutz an die Bundespolitik stellt, mahnten viele der beim Treffen anwesenden DAV-Vertreter an, dass eine zeitnahe Positionierung des DAV zur Erhaltung der Biotope im Holzberg dringend notwendig ist.

Die Holzbergfreunde Matthias und Lutz diskutieren am Rand der Versammlung den Klettern-Artikel zum Holzberg mit Steffen Kempt (1. Vors. DAV-Leipzig) und Ludwig Trojok (Sprecher Ostdeutscher Sektionentag des DAV).

Bei der Mittagspause im Gespräch mit Hanspeter Mayr, Leiter des DAV-Geschäftsbereiches Alpine Raumordnung, dem auch das Ressort Naturschutz untersteht.

Hanspeter Mayr, DAV-Verbandsratsmitglied Ludwig Gedicke und DAV-Vizepäsidentin Burgi Beste unterstützen das Engagement der Holzbergfreunde.

Bergfilmfestival am Gaudlitzberg 2019

Beim diesjährigen Bergfilmfestival am Gaudlitzberg am 30./31.08.19 waren die Holzbergfreunde zusammen mit der BI Böhlitz vor Ort, um unseren gemeinsamen Standpunkt - jegliche Verfüllung des Holzberges zu verhindern durch das Finden einer Alternative für den Steinbruchbetreiber - öffentlichkeitswirksam unter den zahlreich angereisten Festivalgästen zu vertreten. Mit unseren roten #HolzbergRetter-Shirts und einem großen Plakat zur Holzberg-Rettung, welches pünktlich kurz vorm Grußwort des Landrats an der Felswand entrollt wurde, erreichten wir die Aufmerksamkeit vieler Festivalgäste und kamen mit Landrat Henry Graichen ins Gespräch. Viele prominente Gesichter der mitteldeutschen Kletterszene, u.a. Olaf Rieck, Gerald Krug, Reinold Redenyi, Steffen Heimann und das Team vom tapir-Store in Leipzig, bezogen klar Stellung zum Thema Holzbergrettung, was auch als Botschaft an den Festivalausrichter, die DAV-Sektion Leipzig, gerichtet war. Seit Dezember hatte der Vorstand des DAV-Leipzig leider massiv versucht, die Diskussion zum Holzberg in der Kletterszene und insbesondere auch im DAV-Umfeld zu unterbinden. Auf den jetzt entstanden Druck aus der Kletterszene reagierte Vereinsvorsitzender Steffen Kempt mit der Ankündigung, dass die Leipziger Vereinsführung ihre bisherige Position zu den Naturschutzaspekten bei der geplanten Holzberg-Verfüllung überdenken wird. Wir hoffen, da tut sich zeitnah was beim Deutschen Alpenverein (DAV) als bundesweit anerkannter Naturschutzverband!

Die Holzbergfreunde mit ihren roten #HolzbergRetter-Shirts beim Bergfilmfestival.

Unser Plakat zur Holzberg-Rettung hängt prominent an der Felswand hinter der Bühne.

Unsere jüngsten Holzberg-Retter haben natürlich eine Sonderedition der #HolzbergRetter-Shirts bekommen.

Festival-Moderator Peter-Hugo Scholz interviewt Landrat Henry Graichen zum aktuellen Stand der Holzberg-Rettung.

Holzbergfreund Reini moderiert die Siegerehrung des Gaudlitzer Bouldercups.

Anschließend kommen wir ins Gespräch mit dem Landrat und er lädt zum gemeinsamen Treffen ein.

Unser klares Statement zur geplanten Holzberg-Verfüllung ist beim Landrat angekommen.